Unser Kompromissvorschlag

In diesem Punkt haben wir uns in der Bürgerinitiative besonders schwer getan, denn viele Bürger wünschen sich eigentlich eine Rückkehr zum B-Plan Nr. 2 und der klare politische Wille, dass dieser endlich wieder konsequent eingehalten wird.

Dies würde nicht nur den Charakter des Viertels bewahren sondern auch Streitigkeiten entgegenwirken, die derzeit durch die massive Ungleichbehandlung verschiedener Bauherren im Viertel entstanden sind: Während manche nicht einmal eine Kniestockerhöhung von wenigen Zentimetern oder eine Gaube genehmigt bekamen, konnten andere Bauherren unter Missachtung sämtlicher Vorgaben des B-Planes bauen.

Die Stadt stellt sich allerdings auf den Standpunkt, dass der alte B-Plan Nr. 2 „tot sei“. Was wir davon halten, haben wir an anderer Stelle schon erklärt.

Daher haben wir viel in der Gruppe diskutiert und ein paar unverbindliche Alternativideen gesammelt, wie ein neuer B-Plan Nr. 89 aussehen könnte.

„Unverbindlich“ deshalb, weil wir erstens kein Planungsbüro sind und zweitens natürlich auch ein solchermaßen angepasster B-Plan noch einmal mit ALLEN Bewohnern des Viertels abgestimmt werden müsste, was wir ebenfalls nicht ohne politische Hilfe leisten können.

Was stellen wir uns also vor?

Die Grundidee ist eine Bewahrung der „gestaffelten Bauweise“, wie sie der alte B-Plan Nr. 2 im Kern vorsieht und wofür auch nach modernen städtebaulichen Richtlinien immer noch gute Gründe bestehen, also niedrige Häuser im Randbereich des Viertels, ansteigende Bebauung zum Kern hin.

Am Rand niedrig, in der Mitte höher: So soll die Bebauung nach dem Willen der Anwohner bleiben. © Hampe, Axel; Quelle: Offenbach Post.

So könnte man z.B. statt eines „Baugebietes 1“ mehrere Baugebiete „1a, 1b, und 1c“ definieren, die dieser Idee Rechnung tragen:

Dies ist durchaus möglich und auch üblich, wie z.B. der neue B-Plan Nr. 86 „Südwestlich des Westrings“ deutlich aufzeigt: Dort wurden sogar sieben (!) unterschiedliche Baugebiete („WA 1 – WA 7“) festgesetzt. Im westlichen WA 5 wurde die maximal zulässige Gebäudehöhe zusätzlich durch Eintrag im Baufenster bestimmt, um ein gestuftes Stadtbild zu sichern. Gerade dieser Gedanke eines abgestuften Stadtbildes entspricht auch unseren Interessen.

In diesem Rahmen wäre es dann auch durchaus denkbar, dass über alle Baugebiete hinweg eine Verdichtung von z.B. 15% im Vergleich zum alten B-Plan zugelassen wird. Aber bitte eben gleichmäßig verteilt über alle Gebäude und nicht mit einem Fokus auf einzelne Bereiche.

Weitere wichtige Punkte, die ein moderner B-Plan abdecken sollte, wären:

  • Verbesserung der teilweise verwahrlosten städtischen Grünflächen (siehe Abbildung unten)
  • Innovative Ideen zu weiteren Begrünung des Viertels und Erhaltung des Viertels als „grüne Lunge“ der Stadt.
  • Eine ehrliche Auseinandersetzung der Stadt mit der Verkehrsproblematik im Viertel.
  • Renaturierung des Breitenbachs als natürlichen Starkwasserabfluss.
  • Modernisierung der Abwasserwirtschaft als Teil des B-Planes (z.B. andere Kanalquerschnitte, temporäre Polder, Rückhaltebecken, versickerungsfähige Straßenbeläge, etc.). Unseres Erachtens darf eine Neuaufstellung erst erfolgen, wenn die städtische Regenwasserableitung gesichert ist.

Bild einer der „Spielplätze“ im Viertel. Diese Fläche taugt wohl kaum als Grünfläche oder „Naherholungsraum“. (Quelle: Google Street-View).

Wir sind natürlich keine Stadtplaner, aber zumindest die K.I. eröffnet uns „Inspirationen“, wie eine nachhaltige Stadtplanungen aussehen könnte:

Symbolbild / K.I. generiertes Bild (ChatGPT)

Symbolbild / K.I. generiertes Bild (Gemini)


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